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Alt-Katholische Kirchengemeinde Stuttgart - Rottenburg |
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In der evangelischen Kirche in Rottenburg findet zweimal
im Monat freitags um 18:30 Uhr
ein alt-katholischer Feier-Abend-Gottesdienst
statt. Eingeladen sind dazu Christinnen und Christen aus allen Kirchen.Termine 2010: 06.08., 20.08., 03.09., 17.09., 01.10., 15.10., 05.11., 19.11., 03.12., 17.12.2010 Evang. Kirche Rottenburg auf einer größeren Karte anzeigen
Liebe
Feierabendgottesdienstbesucher, Freunde und Interessenten. Manche
konnten nicht kommen, andere wollen inhaltlich noch einmal nachlesen
und nachspüren. Darum finden Sie an dieser Stelle die Predigten, die
im Feierabendgottesdienst gehalten wurden. Die aktuelle Predigt steht
immer an erster Stelle.
Klaus G. Weber
{Predigt
06.08.2010 zu Lk 9,28-36} (Klaus G. Weber)
{Ansprache
am Freitag, 23. Juli 2010, Text: Mk 4, 3 - 9} von der Wirkung vom Wort
Gottes ist in dem Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld die Rede. So also
geht es zu, wenn die frohe Botschaft von der ungebrochenen Liebe Gottes
unter den Menschen verkündet wird. Liebe vierfache Ackerfelder,
da hören wir das Angebot seiner zuvorkommenden Liebe und es fällt auf
ausgetretene Trampelpfade, auf denen nichts Neues mehr wachsen kann.
Das haben wir schon so oft gehört, von klein auf in der Kinderkirche,
im Reli-Unterricht, in den Jugendgruppen und in den vielen
Gottesdiensten. Da bist du ganz schön platt und festgetrampelt und
wehe, es kommt mal ein neues Lied, ein anderes Wort, eine neue
Liturgie! Ein feste Burg ist unser Trott – und nichts wächst mehr! In
jeder und jedem von uns gibt es den Begeisterungsfunken, der kurz
auflodert, wenn es mir gut geht, wenn ich etwas spüre von der Liebe.
und dann kommt der Alltag, kommen die ersten Schwierigkeiten und schon
ist alles vergessen. In jeder und jedem von uns gibt es die Dornen,
diese stacheligen Innenwucherungen, die beißenden Fragen, die allen
Elan unterdrücken, die Sorgen, die mich um mich selbst krümmen. Da kann
das Liebeswort Gottes nicht recht groß werden. So ist das eben.
Mindestens 75 Prozent verlorene Liebesmühe. Das ist einkalkuliert!
Jesus erzählt dieses Gleichnis – wie alle seine Gleichnisse -
völlig nüchtern und ohne moralischen Zeigefinger. Er sagt nichts Böses
über die Vögel, die den Samen fressen, die Dornen, die ihn ersticken.
Die Liebe sagt: Es ist wie es ist! Wenn es um die Liebe Gottes geht,
dann geht es völlig unpathetisch zu. Und verschwenderisch zugleich. Der
Sämann berechnet nicht Er streut sein kostbares Saatgut einfach aus,
geht das Risiko ein, dass 75% davon nicht aufgehen. Die Liebe ist
unvernünftig, nicht berechnend, verschwenderisch. So ist Gottes Liebe. Nun könnten wir uns ja damit zufrieden geben. Es ist eben so. Aber die ersten Zuhörerinnen und Zuhörern haben Ohren gehabt, genau zu hören. Denn – das wussten sie aus ihrem Leben – nach dem Säen kam das Pflügen. Harte Knochenarbeit. Und erst das Pflügen entscheidet, was da aufgeht, Frucht wird, Leben weiterträgt. Da wird geackert, der Boden aufgerissen, unter die Oberfläche gekratzt. Vielleicht geht das mit der
Liebe Gottes, mit solch einem Dienst Gottes an uns genauso. Erst dann,
wenn unsere glatt polierte Oberfläche angekratzt wird, wenn unser
Routineschild durchbrochen wird, erst dann wenn es unter die Haut geht,
fängt die Liebe Gottes an zu wachsen. Dann geht auf, was vielleicht vor
langer Zeit einmal ein Same war: das Wort der Großmutter, das Verhalten
der Eltern und Lehrer, der Augenblick tiefer Betroffenheit. In jeder
und jedem von uns steckt Gottes verschwenderische Liebe drin. Das sagt
uns der Jesus, der durch einen schrecklichen Tod hindurch diese Liebe
ein für alle mal und einmal für alle in die Welt brachte: selbst der
schrecklichste Pflug, selbst Krankheit und Tod können nicht mehr
verhindern, dass Gottes Liebe aufgeht, an ihr Ziel kommt, nämlich in
sein Reich. Mit solch einer Zuversicht könnten wir heute schon die
ausgetretenen Wege verlassen, das Abenteuer der Liebe auf seine
Verantwortung hin wagen. Könnten die unterdrückenden Stacheln der
Sorgen, der Zweifel und der Angst schrumpfen lassen. Gott verschwendet
seine Liebe, sein ganzes Leben an uns und wir sollten damit geizig
sein? Liebe wächst im Weitergeben, genauso wie es der Sämann tut: Ohne
Berücksichtigung der Verhältnisse, einfach weil es Liebe ist:
realistisch, unpathetisch und ohne Moral! In der gemeinsamen
Stille halten wir einen ausgetretenen Pfad, das unterdrückte innere
Feuer, die Oberfläche unseres Alltags hin. Vielleicht weht auch nur
leise der Geist Gottes drüber und lässt etwas aufgehen von seiner
Liebe. Amen. (Klaus G. Weber)
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